Østerskoven

Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg im idyllischen Østerskov.

Der Haderslev Østerskov ist 186 ha groß und liegt ca. 3 km nordöstlich von Haderslev. Zusammen mit dem Haderslev Vesterskov bildet er die Überreste der wesentlich größeren und teilweise zusammenhängenden mittelalterlichen Wälder, die sich vom Kleinen Belt über Christiansfeld und im Nordwesten bis zu den sogenannten Farris-Wäldern erstreckten. Der Østerskov wurde von der dänischen Naturbehörde als geschützter Wald klassifiziert, und ist daher von militärischen Übungen und Orientierungsläufen ausgenommen. Der Wald besitzt eine Zufahrt im Norden, wo sich auch ein Parkplatz befindet, sowie eine im Süden bei Ladegårdshus.

Der Østerskov wird hauptsächlich von Buchen dominiert, doch beim Gruskulevej im nördlichen Teil des Waldes ist ein 200 Jahre alter Eichenbestand. Beim Østervej weiter südlich steht eine 400 Jahre alte Eiche.

Durch den Østerskov führt ein markierter Weg von 4,5 km Länge, der dich an den meisten Sehenswürdigkeiten des Waldes vorbeiführt. Den Streckenverlauf siehst du hier.

Geschichte

Historisch gesehen ist der Østerskov heute wie eine Erinnerung an die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs, als die Deutschen eine Reihe von Munitionsdepots in Dänemark unterhielten. Diese waren in der Regel zum einen abseits platziert, so dass sie keine großen Schäden anrichten würden, sollten sie explodierten und zum anderen vorzugsweise in einem Wald, damit die Alliierten das Depot nicht aus der Luft erkennen konnten. Eines dieser Munitionsdepots war größer als die anderen in Dänemark: Das Depot im Østerskoven, welches nicht weniger als 5.-6.000 Tonnen Munition fassen konnte. Während der Aufräumarbeiten im Jahre 1945 wurden insgesamt 8.-10.000 Tonnen Munition zusammengesammelt. Beim Granvej am nördlichen Ende gibt es eine Senke im Wald, in welcher 1944 ca. 400 gestapelte Minen explodierten.

Der gesamte Wald wurde durch Stacheldraht und ein Minenfeld gesichert. Mehr als 200 Munitionsstellen, hierunter eine Reihe kleiner Bunker, waren etabliert. Des Weiteren gab es Baracken für die ca. 250 Soldaten, sowie Schmalspurbahnen um die Munition transportieren zu können, sowohl innerhalb des Waldes als auch bis ganz zum Haderslev Bahnhof.

Heute ist der Haderslev Østerskov natürlich von Sprengstoff befreit und die Munitionsdepots sind geräumt, entfernt und eingeebnet. Trotzdem kann man noch immer eine Reihe von interessanten Spuren aus dieser Zeit sehen. Unter anderem sind 3 gemauerte Bunker und eine der Eisenbahnschienen erhalten geblieben. Obwohl sämtliche Munition entfernt sein sollte, wurde doch vereinzelt noch Sprengstoff im Wald gefunden.